was ist Yoga

Yoga ist ein ganzheitlicher altindischer Übungsweg
Das Wort Yoga leitet sich von der indoeuropäischen Wurzel „yuj“ her aus der sich auch das deutsche Wort „Joch“ ableiten lässt. Es bedeutet soviel wie verbinden, anschirren. Der Yoga schirrt Körper, Atem und Geist – Pferden gleich an, sodass sie ein gemeinsames Gespann bilden. So können Sie einen Wagen ziehen, für den ein Tier allein zu schwach wär. Yoga ist also Verbindung und dieses „in Verbindung sein“ stärkt jene Kräfte in einem Menschen, die Gesundheit und Heilung fördern. Die alten Texte empfehlen eine gesunde Lebensweise und einen respektvollen Umgang mit anderen Lebewesen.

Von den alten Weisheitsschriften des Yoga, sind speziell die Yoga-Sutras Patanjalis erwähnenswert, auf die sich bis heute die meisten Yogatraditionen berufen. Das Yoga-Sutra ist eine systematische Darstellung des Yoga als philosophisches System und als Übungspraxis und wurde um die Zeitenwende verfasst. Es beinhaltet u.a. auch einen Leitfaden im Umgang mit Schwierigkeiten und Hindernissen im Alltag, der bis heute an Aktualität nichts eingebüßt hat.

Patanjali definiert Yoga als zur Ruhe kommen der geistigen Aktivitäten. Wenn es mit der Zeit gelingt, die Gedankenwellen zu glätten, wird eine klare Sicht auf die Dinge möglich. So wie bei einem See eine klare Sicht auf den Grund erst dann möglich ist wenn das Wasser ruhig ist. Yoga beruhigt die Gedanken und klärt die Psyche.

Zur Geschichte:
Der heute so populäre Hatha-Yoga entstand vor dem Hintergrund des Tantrismus und erreichte seine volle Blüte um das 10. Jahrhundert. Nach 1500 verlor er an Bedeutung und erlebte erst wieder im 20. Jahrhundert eine Renaissance indem sich die Inder nach der langen Zeit der islamischen und englischen Kolonialherrschaft wieder auf ihre eigene Kultur besannen.

Der moderne Yoga, wie wir ihn heute im Westen kennen, geht auf einige wenige indische Lehrer und Wegbereiter des 20. Jahrhunderts zurück wie z.b. Vivekananda, Sri Aurobindo, Paramahansa Yogananda, Swami Sivananda, T. Krishnamacharya und dessen Sohns Sri T.K.V. Desikachar. Auch das Interesse einiger namhafter deutscher Philosophen und Indologen unter denen Humboldt, Herder und Schopenhauer die bekanntesten sind, trug zur Verbreitung des Yoga in unseren Breitengraden bei.

Hatha-Yoga ist ein Überbegriff für die verschiedenen körperorientierten Yogastile, die sich entwickelt haben und bis heute immer wieder neu angepasst und verfeinert werden. Körperorientiert heißt jedoch lediglich, dass der Yogaweg mit der Erfahrung und Beherrschung des Körpers durch gezielte Übungen und Atemtechniken beginnt und nur eine Stufe auf dem Weg darstellt, der uns in die Erfahrung des inneren Wesenskerns und in die Stille führt.