Was ist Yoga und wie wirkt es?

Yoga ist ein Weg in die Freiheit und hilft Leiden zu reduzieren.

Yoga ist ein ganzheitlicher Übungsweg, der ursprünglich aus Indien stammt. Ganzheitlich bedeutet, dass Körper und Psyche gleichermaßen miteinbezogen werden. Der Atem (Prana) spielt dabei eine wesentliche Rolle. Unter dem Sammelbegriff Hatha-Yoga werden unterschiedliche Yogarichtungen vereint, bei denen Körper- und Atemübungen im Vordergrund stehen. Der moderne Yoga so wie wir ihn heute im Westen kennen, geht auf einige wenige indische Lehrer des 20. Jahrhunderts zurück und hat sich im Laufe der Zeit immer wieder verändert, seine Wurzeln sind jedoch sehr alt. Die erste Erwähnung yogischer Übungstechniken findet sich in den Upanishaden (etwa 1800 v. Chr.) Man kann aber davon ausgehen, dass es eine noch ältere mündlich überlieferte Tradition gibt. Die erste systematische Darstellung des Yoga als philosophisches System und als Übungspraxis stammt aus der Zeit circa 400 n. Chr. Es sind die Yogasutras des Patanjali. Dieser Text gilt noch immer als Standardtext des Yoga. Alle Yogaschulen berufen sich darauf.

Ein ganz besonderer Aspekt, der Yoga für mich so lebendig macht ist die Vielfalt an Instrumenten, die je nach Anliegen eingesetzt werden können. Diese Methoden mit der Zeit zu vertiefen und verfeinern kann eine transformierende Kraft entfalten, die alle Ebenen unseres Seins umfasst und über die Körperebene hinaus uns zu spirituellem Wachstum führt.

Die Methoden des Yoga sind

Körperübungen (Asana)
Es gibt dynamische Übungsabfolgen wie z.B. die Sonnengrüße, die den Energiefluss im Körper anregen. Dabei wird Bewegung mit bewusster Atmung verbunden. Oder es werden Positionen länger gehalten und die Energie gezielt in bestimmt Körperbereiche gelenkt. Es gibt entspannende und kräfigende Übungen und Haltungen, die gleichzeitig dehnen und kräftigen.

Atem (Prana)
Prana heisst sowohl Atem als auch Lebensenergie. Im Verständnis von Yoga nehmen wir mit dem Atem nicht nur Sauerstoff in uns auf sondern es ist auch die Kraftquelle, die uns mit der universellen Lebensenergie, die uns umgibt versorgt. Der Atem ist direkt mit unserem Nervensystem verbunden. In einem der Quellentext des Yoga, der Hatha Yoga Pradikipa (II, 2) heisst es dazu: „Ist der Atem ruhig, so ruhen auch die Gedanken.“ Durch bewusstes Atmen und Atemlenkung (Pranayama) können  wir auf unser Gemüt beruhigend oder aktivierend einwirken, innere Räume erweitern, unsere Konzentrationsfähigkeit stärken oder die Energie in bestimmte Körperbereiche lenken und die nährende Wirkung des Atems wahrnehmen.

Weitere Instrumente des Yoga sind Mudra (Hand- und Fingerhaltungen, die innere Haltungen verstärken), das Arbeiten mit Klang und Tönen, die Yogaphilosophie, die u.a. konkrete Empfehlungen gibt zur Bewältigung des Alltags und die Meditation.

Meditation
In der Meditation lernen wir mit unseren Sinnen umzugehen und unseren Geist zu fokussieren. In der Weite und Stille des Augenblicks öffnet sich ein Raum der Kontemplation und der Selbstbegegnung. In diesem Raum sind wir offen für alles was da ist, Dinge zeigen sich uns die sich vielleicht sonst nicht zeigen. Die Vorbereitung zur Meditation sind Asana und Pranayama.

Die Wirkungen von Yoga sind vielfältig und umfassen mehrere Ebenen des Seins. Folgende positive Wirkungen konnte ich im Laufe der Jahre an mir selbst und meinen TeilnehmerInnen beobachten:

  • Körperwahrnehmung verfeinern
  • Stress reduzieren
  • Verspannungen lösen
  • die Muskulatur kräftigen und dehnen
  • die körperliche und geistige Beweglichkeit fördern
  • die Körperhaltung verbessern
  • Das vegetative Nervensystem harmonisieren
  • körpereigene Abwehrkräfte stärken
  • psychisches Wohlbefinden und die Selbstwirksamkeit verbessern
  • mehr Kraft und Ruhe zur Bewältigung des Alltags

Für wen ist Yoga?
Jeder kann Yoga üben. Allerdings sollte die Übungspraxis an den Menschen, an seine Situation, seine Wünsche und Bedürfnisse, kurz an sein Leben angepasst sein. Yoga passt sich dem Menschen an, wenn es richtig angewendet wird. Dafür brauchen wir die Anweisungen eines Lehrers oder einer Lehrerin.

Was brauchen wir dafür?
Nur eine Matte und den Willen regelmäßig zu üben.

Tue deinem Körper Gutes, damit deine Seele Lust hat darin zu wohnen. Teresa von Avila