wie wirkt Yoga

Atem, Bewegung, Psyche und Geist miteinander zu verbinden ist eine Kunst, die wir durch unterschiedliche Methoden des Yoga mit der Zeit vertiefen und verfeinern können. So kann Yoga über Jahre ein wertvoller Begleiter werden und seine transformierende Kraft entfalten, die alle Bereiche unseres Seins umfasst.

Yoga ist ein tiefgreifendes Instrument mit einer breiten Palette an Möglichkeiten, die über die körperliche Ebene hinausgehen.

Körperübungen (Asana)

Es gibt dynamische Übungsabfolgen, die das Fließen der Energie im Körper (Prana) fördern oder Übungen, die länger gehalten werden und bei denen die Energie gezielt in verschiedene Körperbereiche gelenkt wird. Es gibt entspannende und kräftigenden Übungen und Haltungen, die gleichzeitig dehnen und kräftigen.

Atem (Prana)

Prana heißt sowohl Atem als auch Lebensenergie. Im Verständnis von Yoga geht es bei der Atmung nicht nur um die Aufnahme von Sauerstoff sondern von Lebensenergie, die uns nährt. Je bewusster wir atmen desto stärker werden wir diese positive und nährende Wirkung von Prana spüren. Der Atem ist Bindeglied zwischen Körper, Geist und Seele.
Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass der Atem bei Stress und Angst kürzer und unregelmäßiger wird. Auch die Umgangssprache zeigt wir sehr Atem und Gefühle miteinander verbunden sind: „Es stockt mir der Atem, mir bleibt die Luft weg, die Luft ist draußen, atemlos sein, einen langen Atem haben“. Gezielte Atemübungen (Pranayama) und das längere Verweilen in Haltungen fördern das zur Ruhe kommen des Atems. In einem der Quellentext des Yoga, der Hatha Yoga Pradikipa (II, 2) heisst es dazu:  „Ist der Atem in Unruhe, sind es auch die Gedanken, ruht der Atem, so ruhen auch sie.

Mudra

Verschiedene Gesten wie z.B. bestimmte Hand- und Fingerhaltungen verstärken unsere innere Haltung. Bei Anjali Mudra schließen wir die Hände vor dem Herzen in eine Gebetshaltung, die unsere Aufmerksamkeit nach innen lenkt um uns zu sammeln.

Klang

Töne und Mantren sind wirkungsvolle Instrumente um uns mit unseren inneren Krafquellen zu verbinden und unseren Atem ruhiger und länger werden zu lassen.

Meditation

In der Meditation lernen wir mit unseren Sinnen umzugehen und unseren Geist zu fokussieren. In der Weite und Stille des Augenblicks öffnet sich ein Raum der Kontemplation und der Selbstbegegnung. In diesem Raum sind wir offen für alles was da ist, Dinge zeigen sich uns die sich vielleicht sonst nicht zeigen. Die Vorbereitung zur Meditation sind Asana und Pranayama.

Philosophie

Die umfassende und jahrtausendealte Yogaphilosophie unterstützt uns in der Sinnsuche, beinhaltet Empfehlungen für ein ethisches Verhalten und gibt auch Anregungen zum Umgang mit Hindernissen und Schwierigkeiten im Alltag.

Visualisierung

Durch das Entstehen lassen von Bildern verinnerlichen wir die Übungen und verstärken die Wirkung.

Auf Grund meiner Erfahrungen und der intensiven Beschäftigung mit dem Thema möchte ich nachfolgend einige positive Wirkungen von Yoga anführen, die ich bei mir und bei anderen beobachtet habe:

      • Körperwahrnehmung verfeinern
    • Stress reduzieren
    • Verspannungen lösen
    • die Muskulatur kräftigen und dehnen
    • die körperliche und geistige Beweglichkeit fördern
    • die Körperhaltung verbessern
  • Das vegetative Nervensystem harmonisieren (Erklärung siehe weiter unten)
  • körpereigene Abwehrkräfte stärken
  • psychisches Wohlbefinden und die Selbstwirksamkeit verbessern

Darüber hinaus ist Yoga für mich auch eine wertvolle Hilfe zur Bewältigung des immer wieder herausfordernden Alltags. Es führt uns zu mehr Geduld und Akzeptanz mit uns und anderen. Es macht uns geistig beweglicher und schafft so Raum zur Entwicklung von Lösungsstrategien um Schwierigkeiten und Hindernisse zu bewältigen. Es kann Ängste verringern und unser Bewusstsein und unsere Sinne schärfen. Letzendlich geht es für mich im Yoga darum Grenzen zu erweitern und freier zu werden.

Wie genau wirkt Yoga auf unser vegetatives Nervensystem?

Das vegetative (unwillkürliche) Nervensystem besteht aus Sympathikus und Parasymphatikus, die ihre lebenswichtigen und regulierenden Funktionen in sinnvoller Wechselseitigkeit verrichten. Sie stehen bei einem gesunden Menschen in einem biologischen Gleichgewicht. In unserer schnelllebigen Zeit ist die Symphatikus-Aktivität oft stark erhöht, sodass der Parasymphatikus, der für Entspannung sorgt hinterher hinkt. Bei starker Überlastung bishin zum burn out kann dieses biologische Gleichgewicht ganz aus dem Ruder geraten. Wie medizinische Studien bestätigen, regt eine regelmäßige Yogapraxis den Parasymphatikus an, sorgt für Ausgleich und beugt Stress-Symptomen vor.

Allheilsversprechen

Immer wieder hört und liest man im Bezug auf Yoga was es alles kann: Von schlanker, schöner, jünger, erfolgreicher ist hier ebenso die Rede wie davon, dass Yoga die Hormonproduktion durch mechanische Einwirkung von außen verändern kann. Teilweise wird hier Halbwissen unreflektiert und oberflächlich weitergegeben, manchmal steckt auch einfach Profitgier dahinter.  2 Bücher, die sich mit der Wirkungweise des Yoga ernsthaft und fundiert beschäftigen und mit Mythen aufräumen sind: Heilkunst Yoga   sowie den Science of Yoga von William J. Broad. Hier werden auch einige medizinische Studien zur Wirkungsweise des Yoga erörtert.

Für wen ist Yoga?

Jeder kann Yoga üben. Allerdings sollte die Übungspraxis an den Menschen, an seine Situation, seine Wünsche und Bedürfnisse, kurz an sein Leben angepasst sein. Yoga passt sich dem Menschen an, wenn es richtig angewendet wird. Dafür brauchen wir die Anweisungen eines Lehrers oder einer Lehrerin.

Was brauchen wir dafür?

Nur eine Matte und den Willen regelmäßig zu üben.